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Smoltzyk
Alexander Smoltczyk

1958 in Berlin geboren, Studium der Philosophie, Volks- und Agrarwirtschaft in Berlin und Montpellier. 1989 Frankreich Korrespondent der taz, dann bei der Wochenpost und seit 1997 als Reporter bei DER SPIEGEL, seit 2005 als Korrespondent für Italien und den Vatikan in Rom. Egon Erwin Kisch-Preis 1994 und 1995, Preis für Reisejournalismus 1999, Holtzbrinck-Preis für Wirtschaftsjournalismus 2004. 2007 Henri Nannen Preis in der Kategorie Dokumentation. Lebt mit Frau und Tochter in Rom.




Unter Wölfen

Erschienen in DER SPIEGEL am 15. Oktober 2007

Welchen Wert hat ein Buch? Für Literaturagenten ist die Frankfurter Messe eine Mischung aus Speed-Dating, Kaufrausch und Literatentreff, eine bis zur Erschöpfung betriebene Jagd nach Autoren und Rechten. Die Könige des Gewerbes jonglieren mit Millionen.

Am 8. Oktober um 15 Uhr nachmittags sitzt Andrew Wylie in der Lobby des Hotels Hessischer Hof. Er ist ein schon etwas älterer, knochiger New Yorker mit einer Vorliebe für Zigarren, avantgardistische Poesie und James Joyce. Aus dessen "Finnegans Wake" kann er auswendig 16 Seiten zitieren. Andrew Wylie liebt Bücher. Die Branche nennt ihn den "Schakal".

Der Hessische Hof gleich gegenüber dem Messeeingang ist das traditionelle Basislager der Literaturagenten in Frankfurt. Es sind die global operierenden Lizenzhändler im Buchgeschäft, und wer ganz oben mitspielen möchte, der kommt schon sonntags angeflogen, drei Tage vor Messebeginn, um seine Netze zu spannen. (...)

Auszug aus dem Artikel "Unter Wölfen" von Alexander Smoltczyk, veröffentlicht in DER SPIEGEL 42/2007 (15. Oktober 2007).

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