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Osang
Alexander Osang

geboren 1962 in Berlin. Nach dem Studium in Leipzig wurde er Reporter, dann Chefreporter der Berliner Zeitung. Seit September 1999 ist er bei DER SPIEGEL, für den er von 2000 bis 2006 aus New York berichtete. Seit 2007 lebt und arbeitet er wieder in Berlin. Osang erhielt 1995 den Theodor-Wolff-Preis sowie 1993, 1999 und 2001 den Egon Erwin Kisch-Preis und 2006 den Grimme-Preis. Buchveröffentlichungen: u.a. "die nachrichten" (2000), "89" (2002), "Berlin-New York" (2006), "Lennon ist tot" (2007).




Das Leben neben dem anderen

Erschienen in DER SPIEGEL am 5. März 2007

Der Darsteller Ulrich Mühe hat dem Film "Das Leben der Anderen" zum Oscar verholfen, er gab der Stasi sein Gesicht. Er hoffte, mit diesem Erfolg seiner ostdeutschen Vergangenheit entkommen zu können - doch sie holt ihn immer wieder ein.

Als der Oscar spät in der Nacht die Feier über den Bergen Hollywoods erreicht, ist Ulrich Mühe schon fast auf dem Weg ins Bett. Der Oscar kommt in einer schwarzen Stretchlimousine und liegt in der Hand von Florian Henckel von Donnersmarck. Donnersmarck hüpft um das Auto, lacht und zerrt immer wieder Mitglieder der Filmcrew in seine Nähe und damit auf die Bilder der Fotografen und Kameramänner. Mehr als 50 Mitarbeiter von "Das Leben der Anderen" sind nach Los Angeles gekommen, um diesen Sieg zu feiern. Donnersmarck streckt die Arme nach ihnen aus, drückt sie, küsst sie, er weiß, dass er seinen Oscar mit ihnen teilen muss, und er weiß auch, dass das nicht geht. (...)

Auszug aus dem Artikel "Das Leben neben dem anderen" von Alexander Osang, veröffentlicht in DER SPIEGEL 10/2007 (5. März 2007).

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