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Das Fest der führenden Federn


Einmal im Jahr laden Gruner + Jahr und der stern zur opulenten Gala
ins Hamburger Schauspielhaus. Eine Jury zeichnet die besten
journalistischen Arbeiten mit dem Henri Nannen Preis aus.
Bewegender Höhepunkt am vergangenen Freitag: Helmut Schmidt
nahm die Auszeichnung für sein publizistisches Lebenswerk entgegen

Alexander Kühn

Jener Politiker müsste erst noch gebacken werden, der nicht zugreift,
wenn ihm das Haupt eines Journalisten quasi auf dem Tablett serviert
wird. Jour-na-li-sten. Gesprochen mit hamburgischem „J“, wie „Jacke“ oder „Joppe“. Hatten sie ihm nicht überall aufgelauert, selbst wenn er dringlich dorthin musste, wohin auch der Kanzler zu Fuß geht? Hatte nicht Henri Nannen, um dessen Kopf es hier geht, ihn seinerzeit nackt aufs Titelbild gehoben? Eine Montage nur, aber für zahlreiche stern-
Leser Anlass, in Briefen um die „Würde der Nation“ zu bangen. Ach, Tempi passati, wer wird denn nachtragend sein. Nicht mit 91. Nicht an so einem Abend des Gebens und Nehmens, wie er sich im Hamburger Schauspielhaus ereignete. Den Lüster über den Häuptern, auf der Bühne die Skyline von New York und die Bigband des NDR. Roter Plüsch, kein
freier Platz. Fliegen, Smokings, Dekolletés. 1200 Gäste im Saal, darunter die spitzesten Federn der Republik, alle erhoben sie sich, als Helmut Schmidt im Rollstuhl auf die Bühne kam, auf den Ohren Kopfhörer, die ihm die Reden verständlich machen.


Auszug aus dem Artikel "Das Fest der führenden Federn" von Alexander Kühn, erschienen im Magazin stern 20/2010.


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